Samstag, 4. Oktober 2014

Produkte für den Seemann

 Der Käse für den Kapitän...
und der LI kann sich das gute Motoröl nun auch unter die Arme sprühen :-)



Donnerstag, 2. Oktober 2014

Brandgefährlich


Angesichts des Jahrhundersommers und der damit verbundenen Waldbrände durch die Trockenheit möchte ich eines meiner Bilder bzw. Videos hier noch einmal eingehender kommentieren. Denn mir liegt die Natur sehr am Herzen. Die Wildheit und Unberührtheit mancher Schären, verbunden mit dem klaren Wasser und dem Fehlen von Müll und Dreck, machen das Revier ja gerade so reizvoll. Leider erlebe ich das in der Türkei häufig ganz anders. Hier wird der Müll einfach aus dem Auto geworfen oder am Strand liegengelassen. Schade. Hier gehe ich sogar so weit das Toilettenpapier zu vergraben, da mich sonst der Anblick selber stört.

Seit meiner Jugend habe ich schon ungezählte Nächte im Freien verbracht, sei es mit Pfadfindern, Bundeswehr und auf Motorrad- oder Kanutouren und wenn möglich gehörte auch immer ein Feuer dazu. Und auf das “wenn möglich” möchte ich hier näher eingehen. Denn was für mich so selbstverständlich ist, ist für Unerfahrene natürlich Neuland. Und wirken die Bilder auch spontan, so habe ich keinesfalls mal eben schnell Benzin über einen Haufen Holz auf den Steinen gegossen um ein lustiges Feuerchen zu machen. Im Gegenteil, ich habe dort auf feuchtem Waldboden eine bereits hervorragend gebaute Feuerstelle samt Resten von Brennholz vorgefunden, und diese dann auch benutzt. Das war dann leider auch das einzige offene Feuer der Reise, da ich danach nie wieder die passenden Bedingungen vorgefunden habe. 

Die da wären:
- Das Waldgebiet darf nicht trocken sein, im Gegenteil; Es muss so feucht sein, das es extrem schwierig ist überhaupt ein Feuer in Gang zu bekommen. Im Hochsommer verbietet sich daher das Anzünden von offenen Feuern sowieso und wird dann auch verboten. Sollte man also das Gefühl haben, das bereits ein kleiner Funke Unheil anrichten könnte, lasst es.
- Eine gute Feuerstelle ist immer rundum mit Steinen eingefasst, der Boden darum ist frei von brennbaren Zweigen oder Ästen.
- Der Boden unter der Feuerstelle besteht aus Erde. Auf keinen Fall sollte Fels oder gar eine Schäre als Untergrund dienen. Die Steine springen in der Hitze, es dringt Wasser ein und im Winter führt das dann  bei  Eisbildung zu großen Rissen im Gestein.
- Über dem Feuer befinden sich keine Äste von Bäumen.
- Es weht höchstens ein minimaler Wind und es fliegen keine Funken.
- Auch in weiterer Umgebung des Feuers befindet sich kein brennbares Material. Wenn man für Feuerholz richtig lange suchen muss, ist das schon einmal ein gutes Zeichen.
- Das Feuer darf nie zu hoch brennen, sondern darf immer nur von wenigen Scheiten am Leben gehalten werden.
- Es darf nie unbeaufsichtigt brennen und muss am Ende das Abend komplett gelöscht werden.
- Man kann ein Feuer immer gut mit Kleinkram zu brennen bringen. Es ist kein Brandbeschleuniger nötig und sollte auch auf keinen Fall in der Nähe des Feuers stehen.

Kurzum: Das Feuer selbst muss möglichst schwer zu entzünden sein, dann fängt auch in der Umgebung nichts so schnell Feuer.

Weitere Infos aus berufenem Munde hier:

http://www.solnen.com/schweden/jedfeuer.html

Darauf wie man ein gutes Lagerfeuer macht, möchte ich hier nicht weiter eingehen. Denn ich möchte mehr warnen als motivieren. Wenn ihr euch also nicht 100% sicher seid und euch im Umgang mit dem Feuer nicht auskennt, lasst es bitte. Der Natur und eurer Zukunft zuliebe. Die Schäden durch Waldbrände können immens sein.

Nun zurück zu dem Feuer auf dem Bild/Video. Wir nannten den Ort den Mückensumpf, da es dort von den Biestern wimmelte. Es war noch Mitte Juni. Um das kleine Waldstück herum war stehendes Wasser, alles war feucht. Ausser den vorhandenen Resten an Feuerholz war nichts Brennbares in der Umgebung, sondern musste extra herangerudert werden. Die vorhandene Feuerstelle auf dem Waldboden war sehr gut angelegt, mit Steinen eingefasst und offensichtlich häufig benutzt. Alle weiteren erwähnten Punkte habe ich beachtet und es war auch nicht leicht ein Feuer in Gang zu bekommen. Es wäre unmöglich gewesen auch nur irgendetwas im Mückensumpf zum Brennen zu bekommen. Meiner Meinung nach habe ich also alles erdenklich Mögliche getan um die Sicherheit zu gewährleisten, mag es auf den Bildern auch noch so spontan aussehen. Es gehörte schon viel Erfahrung dazu, dort überhaupt ein Lagerfeuer anzuzünden.

Wäre es nun besser die Bilder aus dem Blog zu verbannen oder aber, wie hier, auf die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen? Ich denke Letzeres, denn dann kann ein Waldbrand nicht durch Unwissenheit sondern nur durch Leichtsinn enstehen. Ja, heute mal ganz vernünftig...







Das graue Land der Superlative



Nach dem Verlassen von Kopenhagen habe ich nun das "wahre" Dänemark erreicht. Glücklicherweise passen die Wetterfenster immer irgendwie ganz genau und ich komme recht gut voran. Das hätte alles auch ganz anders sein können. Öresund, Köge- und Faksebucht erscheinen mir bei schlechtem Wetter als sehr schwierige Gewässer mit viel Wellen und Strömung. Nicht umsonst ist die Seekarte gespickt mit Wracks. In Wilfried Erdmanns Beschreibung seiner Ostsee Acht habe ich gelesen, das er gerade hier in den geschützten Smaland Gewässern die Sturmfock seiner Kathena Nui setzen musste. Da war mir mein stoisches Leichtwindkreuzen heute doch sehr viel lieber. Nun soll der Wind auf Südost drehen und ich lasse mich damit in 2 Tagen um Langeland wehen, um dort erst einmal Schutz vor dem dann zunehmenden Wind zu suchen. Lustigerweise hatte Dänemark gleich einige Superlative zu bieten, die ich hier einmal auflisten möchte.  



- Die meisten Grautöne. Himmel, Wasser, Land...alles grau in grau. Mein Boot und hin und wieder eine Tonne sind die einzigen Farbtupfer
- Die höchsten Wellen. Das Kaliber der Wellen nach der stürmischen Nacht in der Köge Bucht war beeindruckend. Da es hier schnell flach wird, waren das wohl schon den Grund fühlenden Brandungswellen.
- Die günstigsten Häfen. Die Gebühren pro Nacht liegen so um die €12.- Schweden kostet das Doppelte.
- Die meisten Fischernetze. Es braucht hier keine Tonnen. Man fährt einfach da, wo keine Netze sind!
- Die seichtesten Gewässer. Der Törn durch die Smalandgewässer benötigte die volle Aufmerksamkeit. Ständig nur 20-40 Zentimeter unter dem Kiel, schmale Fahrrinnen, Echolot im Daueralarm, einmal aufgesetzt. Anstrengend.
- Der meiste Regen bisher. Nichts trocknet mehr an Bord.
- Das meiste Seegras. Wohin das Auge blickt schwimmt Gras.
- Die herbstlichteste Atmosphäre. Weit, verträumt, leise, endlos, grau, grau, grau

Das Bild ist übrigens die Original - Farbaufnahme

Gefangen im Seegras

Eingesperrt in dicker Seegrassuppe. Kein Wind. Und nun, paddeln?



Die Idee mich mit Leinen zu verholen, abzustossen und dann erst den Motor zu starten war eigentlich nicht verkehrt. Leider gibt es hier einen recht deutlichen Gezeitenstrom und sofort lag ich wieder im Gemüse. Nachdem dann, wie zu erwarten, der Propeller nicht mehr recht drehen wollte, kam endlich meine Geheimwaffe zum Einsatz. Mein Neoprenanzug!! All die Monate lag er in der letzten Ecke, und heute konnte ich ihn gebrauchen. Und weiss nun auch das meine Sorge um das untere Ruderlager unbegründet war!!


Mittwoch, 1. Oktober 2014

Ein Schweinswal im Regen...



 ....war der einzige Trost am gestrigen Tage. Es waren die kältesten und nassesten 34 Meilen meiner Reise, gefolgt von einer stürmischen Nacht auf einem an den Leinen zerrenden Boot.  Selbst die Strömung war mit fast 2 Knoten gegen mich. Nur der Wind passte, und das ist ja laut meiner eigenen Aussage das einzig Wichtige! Schnacker, das hast du jetzt davon...bei dem Wetter werden die letzten Meilen bis nach Hause sehr zäh werden, zumal ich auch wieder 2 Baustellen auf dem Boot entdeckt habe, die mir doch etwas Sorge bereiten. Ich mag darüber nicht einmal schreiben um es ja nicht zu berufen. Andererseits gab es auch kaum je eine Motorradtour auf der ich nicht auf einem schwer angschlagenen Motorrad heimgefahren bin. Und ungelogen: eine Honda XL500 war am Ende auf 0,5 Liter ÖL pro 100km. Die ist dann wirklich vor der Haustür ausgegangen und danach nie wieder angesprungen. Aber soweit muss es ja nicht kommen.

Christianshavn in Kopenhagen

 Ein kurzer Hoffnungschimmer am Horizont