Montag, 25. August 2014

Erwischt!


The Sailing Bassman - Episode 20 - I am a poor lonesome cowboy


In Folge 20 bin ich nun wieder alleine unterwegs und mache mich auf den langen Weg zurück nach Hause, der nun aber wettertechnisch deutlich rauer geworden ist. Zunächst eingeweht in Nynäshamn plane ich den Ausbruch durch den geschützten und sehr schmalen und flachen Dragetskanal innerhalb der Schären. Danach geht es dann aber unwiderruflich hinaus aufs offene Meer um den Leuchtturm Landsort und durch Wind und Wetter immer weiter westlich zurück in das windstille und sonnige Oxelösund. Mein Kimpel Mike von www.klassisch-am-wind.de hat vor ein paar Jahren vor dem Dragetskanal seinen Propeller verloren und wunderte sich über die nicht vorhanden Motorleistung. Irgendwie hat er sich dann unter Segeln bis Nynäshamn retten können und einen neue Schraube eingebaut....Hut ab!


Sonntag, 24. August 2014

Die Ruhe nach dem Sturm


Heute hatte ich meinen persönlichen All-Time Windspeed Rekord. Zweites Reff, nur noch ein Rest Fock und immer noch zuviel Segel. Ich habe ja bewusst keinen Windmesser, damit ich das Elend auch nicht noch ablesen muss. Wenn ich drin bin, muss ich da ja eh durch. Vor meiner Abreise hätte ich mir bei so einem Ritt wohl in die Hose gemacht, aber mit den Meilen steigt das Vertrauen in mich und vor allem in mein Boot. Ich weiss inzwischen einfach was es abkann, und was zuviel ist und kann dabeidann  ganz ruhig mit der Pinne in der Hand im Cockpit sitzen. Aber diese Böen!! Das war schon heftig, sogar die Jungs von den Seenotrettern wollten meinen Daumen nach oben gehen sehen. Mehr sollte es auf der Reise auch gerne nicht werden. Ich habe zwar noch ein drittes Reff  (aber das ist nicht wirklich vorbereitet, da ich nur zwei Reffleinen habe) und eine Sturmfock...wie ich die bei dem Wind dann allerdings vorne anschlagen sollte, bleibt mir ein Rätsel! Die Angst verleiht einem dann wohl die Kräfte.... 


Dieses Bild stammt von einer vorherigen Begegnung...ich hatte keine Hand frei für Fotos.


Samstag, 23. August 2014

Der Kontrabasskoffer von Dalarö...

...so wird dieser in Schweden bekannte Kirchturm genannt. Das gefällt mir natürlich.

Das Boot Camp zum Perfektionisten


Warum geht eigentlich an Bord stets alles schief was schief gehen kann? Kennt ihr das auch oder ist das mein Schicksal? Sobald ich etwas nicht einhundertprozentig mache, beisst es mich bei nächster Gelegenheit in den Hintern. Und zwar nicht vielleicht, sondern garantiert. Mache ich einen schlampigen Knoten...geht der beim Festmachen auf. Packe ich etwas nicht sorgfältig weg...kommt eine Windboe und macht es kaputt. Liegen nicht alle Leinen immer perfekt aufgeschossen...verheddert sich eine, sobald es drauf ankommt. Ist ein Fender ein Tick zu hoch...bekomme ich darunter Kontakt. Die Liste könnte ich endlos weiterführen, und es liegt ja auch nahe, das Missgeschicke bei dem komplexen Betrien an Bord passieren. Was mich eben nur wundert ist, das sie auch garantiert passieren. Ich könnte ja auch nach dem Anlegen merken "Oh, das war ja lose...na zum Glück nix passiert", aber nix is. Der kleinste Schlendrian wird bestraft, und zwar unausweichlich. Nur bin ich leider gar nich der Typ dafür. Ich bin ja eher so ein "Erstmal machen und dann mal sehen"-Typ, der sich nicht im Vorfeld schon 1.000 Gedanken darüber machen will, was alles passieren KÖNNTE. Aber so läuft das hier nicht...vorsätzliche Entgleisungen werden natürlich doppelt bestraft, nämlich bei viel Wind oder direkt im Anlegemanöver, mit kleinen Vergesslichkeiten kommt man schon etwas leichter davon. Mein Mittel dagegen: Strenge Bordroutine! Vor jedem Ablegen stets die gleichen Handgriffe, ob Leichtwind odere Starkwind, alles wird verstaut, verzurrt, gepackt, geschoren, bereitgelegt, eingestellt, angeschaltet, geprüft, gemessen und was es ncoh so alles gibt. Natürlich ist das dann selten nötig, aber wehe, wie vorhin in der verwinkelt betonnten Ausfahrt, ich schalte den Plotter nicht schon vorher ein, sondern "mache das gleich, wenn ich abgelegt habe". Doch den habe ich leider über Nacht angelassen, der Akku ist leer und er lässt sich erst bei 5% Ladung einschalten. Augen zu und durch...