Samstag, 16. Mai 2015

Neues aus dem Tonstudio oder "Wann wird auch Spaß zu Arbeit?"


Eine gute Freundin hat mich gerade folgendes gefragt: Warum tun wir soviel von dem, was uns eigentlich Spaß macht, dass es derart in Arbeit ausartet? Leider habe ich darauf auch keine passende Antwort. Wahrscheinlich weil es irgendjemand tun muss. Damit neue Dinge entstehen. Um der eigenen Kreativität ein Ventil zu geben. Um die Nachfrage der Menschen zu bedienen, die nichts Eigenes auf die Beine stellen wollen oer können. Und so sehr man es sich auch manchmal wünscht, ein Buch schreibt sich nicht mal eben nebenbei. Ein Film dreht sich nicht von selbst. Ein Soundtrack wird nicht über Nacht komponiert und aufgenommen. Hinter all diesen Dingen steckt sehr viel Arbeit, und auch wenn die Fernseh-"Realität" das oft ganz anders wiedergibt, es passiert nichts über Nacht. Aber trotz dieses Wissens bin ich selbst überrascht wie viel Arbeit ich mir nun wirklich aufgehalst habe, als ich entschied den Soundtrack zu meinem Film über das Ablegen selbst zu produzieren. Ich kann mich kaum erinnern jemals so viel und lange gearbeitet zu haben, obwohl Musikmachen mir ja eigentlich Spaß macht. Es gibt wohl in der Tat eine Grenze an der auch Spaß zu Arbeit wird. Doch dann schaue ich in die Videoaufnahmen der Gesangssessions hinein und finde dort die Antwort.


Der geteilte Spaß, das gemeinsame Arbeiten und das Erschaffen neuer Musik, die sonst nie den Weg aus meinem Kopf finden würde. Ob es sich lohnt oder gar auszahlt? Ob sich jemals andere Menschen darauf einlassen und zuhören? Ich werde es erfahren. Aber noch schlimmer wäre es damit zu leben, es nicht getan zu haben. Den Traum nicht realisiert zu haben. Sich mit diesem "Ich wollte eigentlich immer dieses und jenes tun, habs aber nicht geschafft" zu arrangieren. Und dafür bin ich gerne bereit die Grenze zwischen Spaß und Arbeit zu überschreiten. Zumindestens ab und zu...und wenn ich mir danach ein paar Segeltage als Belohnung gönnen kann. Und ab Montag die Häfen wieder leer sind.

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