Freitag, 11. September 2015

Warum ich so gerne einhand segle - Südseetage 4&5


Gestern abend stolperte ich in Faaborg auf meinem Laptop über die "Einhandbibel" von Andrew Evans. Neben unzähligen Tipps (unter anderem zur Wahl des richtigen Einhandbootes; ich habe da alles instinktiv richtig gemacht) sinniert er aber auch seitenlang über das Einhandsegeln. Und schreibt sinngemäß: "Wenn man ein Segelboot nicht alleine fortbewegen könnte, würde ich mir wohl ein anderes Hobby suchen". Das trifft für mich den Nagel auf den Kopf. Klar macht es Spaß mit anderen unterwegs zu sein, aber das Gefühl geht nie so tief und intensiv wie beim Alleinesegeln. Andrew hat dafür viele Erklärungen, aber am Ende stehen zwei Gründe über allen anderen. Zum einen ist man ist niemals emotional so offen, wenn jemand dabei ist. Zum anderen geht es um das Gefühl die Verantwortung für alle Entscheidungen vollkommen alleine zu tragen. Mit allen Konsequenzen und Folgen, die diese dann nach sich ziehen. Man kann sich nicht abstimmen, oder jemand um Rat oder Hilfe bitten. Draußen auf See muss man da alleine durch. 


Wenn alles glatt läuft, ist das natürlich unspektakulär, wenn es aber stürmt und Welle läuft, geht es ins Eingemachte. Dann muss man sich zur Ruhe zwingen und auf seine Fähigkeiten vertrauen. Da nützt kein Jammern und Wegducken. Und man findet dabei heraus, ob man der Typ Mensch ist, der man gerne sein möchte. Und nimmt sehr viel von diesem Selbstvertrauen mit ins "reale" Leben. Und wenn man dann nach so einem Tag die Leinen festmacht, fühlt man sich 4 Köpfe größer und innerlich im Gleichgewicht. Ich liebe dieses Gefühl. Auch wenn einem bei der Ankunft niemand die überstandenen Strapazen ansieht, sie bleiben für immer im Herzen. Und gerade vorhin hatte ich wieder so ein Erlebnis. Doch der Reihe nach:


Nach einem Frühstück samt Meerblick im Handelshafen von Aerosköping machten wir unsere beiden Boote seeklar und liefen Kurs Faaborg. Vorher stimmten wir noch die Routen und die Wegpunkte ab, da es mehrere Möglichkeiten gibt dort in den Hafen zu gelangen. Umso mehr überraschte mich der Funkruf, das Alois auf einer Sandbank bei der Auffahrt sitzt. Sein Pinnenpilot hatte sich beim Setzen der Segel abgeschaltet und dann ging es sehr schnell. Nach einem 180° Grad Törn überlegte ich bereits, wie ich ihm helfen sollte, da sah ich aber schon den Tender einer Megayacht zur Hilfe kommen. Als ich dann bei ihm war war er bereits freigeschleppt und wieder in tiefem Wasser. Es ging an Avernakös Ostküste vorbei und dem dort vorgelagerten Riff aus Steinen. Mein Blick zurück zeigt ihn wieder ausserhalb des Tonnenstriches mit direktem Kurs auf das Riff. Hier würde es bei dem Speed nicht beim Aufsetzen bleiben. Mein Warnruf über Funk wird erhört und er korrigiert den Kurs um dann hoch am Wind zu verhungern und weiter auf das Riff zu treiben. "Fahr eine Wende....jetzt sofort!!!!!!!". Rufe ich ins Mikrofon. Er hört mich und kommt endlich auf Abstand zu den Steinen. Mann, Mann, Mann. Keine Wunder das ich gerne alleine segel. Faaborg ist mit achterlichen Winden schnell erreicht und wir gehen auch hier in den Handelshafen. Diese ziehe ich JEDER Marina vor. Alles etwas gammelig und fischig, da fühle ich mich gleich zuhause nach 4 Tagen auf See :-) 

 Faaborg kommt näher



Ich kann nicht an mich halten und halte Alois eine Standpauke über Seemannschaft, Theorie und Sorgfalt. Er reagiert überrascht. Aber ich will ja nicht besserwisserisch sein, mache mir nur so meine Sorgen um ihn und sein Boot. Scheuerleiste kaputt, Ruderwelle krumm...wenn das so weitergeht wir das Winterlager teurer als das Boot. Die Stimmung ist danach etwas getrübt und auf dem Weg zum Hafenautomaten denke ich über meine Anfänge nach. Aufgelaufen in Holland und in der Schlei, Fastkollision mit einer Hafenfähre auf der Elbe, sich öfnennde Wantenspanner, ungereffte Starkwindfahrten und noch vieles mehr kommt mir in den Sinn. Aber das ist wohl auch ein Teil des Einhandsegelns. Es schaut einem keiner über die Schulter und gibt Ratschläge. Man muss alle Fehler selber machen und Erfahrungen auch aus Fehlschlägen sammeln. Und am Ende: Wird man so ein besserer Segler, als durch viele Ausbildungstörns in einer Gruppe? Keine Ahnung, auf jeden Fall ein selbstständigerer Segler. Der sich mit allen Aspekten des Fahrtensegelns auskennen muss, da er sich eben nicht auf Experten verlassen kann. Oder sich nur an seinen Stärken orientiert und dann immer dabei bleibt. Faaborg ist eine tolle Stadt, wir laufen kreuz und quer, aber der Sinn einer Segelreise liegt irgendwie auf dem Wasser und nicht an Land.  

 "Wahrzeichen Faaborgs"

 Mann mit Kuh....häh?


 Rauchringe aus Diesel

Handelshafenatmo

Und damit geht es von Faaborg über den Kleinen Belt zurück auf das Festland. Und schon wieder heisst es Entscheidungen zu treffen, denn es gibt eine Sturmwarnung. Wann fahre ich los, wohin, welche Route welche Besegelung. All das wird mich unterwegs einholen. Gegen Mittag soll es erst richtig auffrischen, also heißt es sehr früh loszufahren. Um 0600h treffe ich Alois im Sanitärgebäude, der eigentlich ausschlafen wollte. Heute trennen sich unsere Wege. Er will nach Schleimünde, ich in die Dyvik.Aber er empfängt mich so früh mit Fragen nach der besten Route und den Tonnen und so weiter. Scheint ja doch geholfen zu haben :-) Ich binde das zweite Reff ins Groß. Vor dem Wind laufe ich mit meiner großen Rollgenua sowieso Rumpfgeschwindigkeit, und falls es sehr windig wird oder ich einen anderen Kurs fahren muss, kann ich mir das Reffen auf See sparen.

 Abendrot trotz Schlechtwettervorhersage



 Faaborg bleibt zurück und es geht durch die Ausläufer der dänischen Südsee

Mit viel Rückenwind rausche ich über den Belt, dann entwickelt sich aber eine miese, steile Kreuzsee. Ich muss vor dem Wind kreuzen, um nicht versehentlich durchzuhalsen und freue mich nun über mein Reff. Und dann kommt so ein Moment der das Einhandsegeln so schön macht. Kommt der Regen vor dem Wind....naja, Wind ist relativ. Es bläst ja eh schon die ganze Zeit stark. Eine Hammerböe folgt ca. 5 Minuten nach einem heftigen Regenschauer und drückt mich brutal auf das Wasser. Was mich früher vor Schreck gelähmt hätte, wird nun kurz analysiert. Groß auf, und zuviel Fock. Ich habe mir angewöhnt in diesen Situationen alles ganz bewusst sehr langsam und bedächtig zu machen. Hektik führt nämlich nur dazu Leinen aus der Hand gleiten zu lassen, sich zu verheddern oder zu anderen Pannen. Und das was man eigentlich schnell machen wollte, wird doppelt gemacht und dauert so viel länger. Inzwischen schaffe ich es die Krängung, das Knattern der Segel und das Getöse des Windes komplett auszublenden und meine Prioritätenliste im Kopf ruhig Schritt um Schritt abzuarbeiten. Es sieht bestimmt von außen immer noch eilig aus, aber ich mache jede Bewegung bewusst so langsam, das ich sie nur einmal machen muss. Großschot los. Boot etwas weiter vor den Wind um den Druck aus der Fock zu bekommen. Rollreffleine los und in die rechte Hand. Fockschot los und in die linke Hand. Die Krängung geht aus dem Boot, aber die Fock knattert und knallt. Lose in die Schot und einrollen. Fockschot wieder belegen und holen. Das Segel beruhigt sich. Die Böe verliert an Kraft. Man kann kaum ein paar Meter weit sehen im Regen, der eimerweise angeweht kommt. Ich war darauf vorbereitet und habe Steckschotten bereit und bringe das Tablet in Sicherheit. Schon fühlt sich das Boot wieder stabil an. Autopilot an und auf dem Vordeck die Fockschoten entwirren, die sich wild vertüdelt haben. Alles im Griff und ohne Panik und Angst. Yessss...



 Es wird langsam ungemütlich

Opfer des Windes - mein Hamburgwimpel

Auf den Booten in Sichtweite gehen überall die Segel runter und der Diesel an. Nichts da, ich ziehe das jetzt durch und nach einer langen Kreuz in die Dyvik sitze ich nun voller Stolz hier und schreibe diese Zeilen. Schon mit einer Person an Bord wäre das ganz anders gelaufen. Ich fühle mich dann verantwortlich und muss Kommandos geben, was mich am klaren Denken hindert. Und so fühle ich mich wieder ein Stück gewachsen als Seemann. Auch wenn ich mir sicher bin, das da draussen schon die Gefahr lauert, der ich nicht gewachsen bin. Die mich kleinkriegen wird. Aber das wird mich nicht daran hindern, doch immer wieder aufs Neue ganz alleine auszulaufen. Und hoffentlich stolz zurückzukehren.  


 Die immer ruhige Dyvig


Mittwoch, 9. September 2015

Südsee Tag 3 -Traumsegelwetter


Heute war ein absolut herrlicher Segeltag. Mit Wind immer raum oder achterlich mit maximal 4 Bft. Dazu strahlender Sonnernschein. Altherrensegeln, ich bin immerhin 52, vom Feinsten von Strynö nach Aerosköping. 

 LA MER in Strynö
 Die Südsee ruft

 Segelschule: Heute Butterfly

Doch zunächst habe ich Alois NIKE zu meinem Beiboot erklärt und ihm meine Handfunke gegeben, damit wir auf Kanal 69 kommunizieren können. Gestern hat es bei ihm noch einigen Bruch an der Scheuerleiste gegeben, als sein Aussenborder kurz vor der Hafeneinfahrt von Strynö ausfiel und er sehr unsanft mit einem holländischem Dreimaster kollidierte, der vor der Einfahrt lag. Die Mannschaft des Dreimasters brachte noch rechtzeitig Holzschilder als Schutz aus. Der Bandholm von Alois hat das natürlich nicht geholfen. Der weitere gemeinsame Weg sollte nun aber wenigstens eine Kommunikationsmöglichkeit bieten, was auch bezüglich Segelstellung und Führung sehr hilfreich war. 

 Vorbei an Marstal mit halbem Wind
 Einhandsegler in Ausbildung

Gestern auf Strynö hatten wir abends noch den Dorfkrug besucht. Quasi das Wohnzimmer für die Insulaner hier. Der recht betagte Wirt sprach überraschenderweise etwas Englisch und kein Wort Deutsch, konnte uns dann aber echte Hausmannskost anbieten. Mein Magen hatte den schlechten Fisch des Vortages damit nun endlich überstanden. Es ist schon merkwürdig sich vorzustellen, das die wenigen Insulaner hier auf so engem Raum zusammenwohnen. Da bleibt sicher absolut nichts unbemerkt oder unkommentiert. Und die letzte Fähre zum Festland fährt um 1915h. Fast wie eine Wohngemeinschaft nur das jeder in eigenen kleinen Häusern wohnt, statt in einem Zimmer. Muss man mögen.

 Sonnenschirm am Himmel

Strynö




Der Törn nach Aerosköping war bei dem Wetter ein Traum und verlief ohne Zwischenfälle. Ausser das ich von einer 24 Fuss Schale versegelt wurde. Zuerst befürchtete ich schon es wäre Alois, der seine Berufung als Regattasegler gefunden hat. Aber so war es dann zum Glück doch nicht. Ich ziehe in Aerosköping den Fischereihafen dem Yachthafen vor und so liegen wir hier nun längsseits an der Kaimauer, sind bei mittlerweile eisigen 16 Grad in die Ostsee gesprungen und haben uns diese Stadt aus bunten, kleinen Hobbit- Häusern angesehen.







Danach haben wir dann direkt zwischen Boot und Wasser gegrillt und über das Leben philosophiert. Großartig. Morgen geht es nun weiter nach Faaborg, das ich seit letztem Jahr immer schon auf eigenem Kiel erreichen wollte. 2014 hatte es ja nur zu einer Fährfahrt von Avernakö aus gereicht. Bilder sagen mehr als 1.000 Worte. Wie immer ist die dänische Südsee ein absolut lohnendes Reiseziel. Und noch habe ich ein paar Tage Zeit :-) 
 Der Vogel hat unbemerkt 2 Würste vom Grill geklaut










Dienstag, 8. September 2015

Südsee Tag 1&2 - Endlich wieder unterwegs


Die Urlaubssaison geht zu Ende, die Häfen sind wieder leer und es ist eine kurze Schönwetterperiode angesagt. Eventuell die letzte Chance auf etwas Sommer in diesem Jahr. Also packe ich meine Sachen und fahre die stets endlos wirkende Autobahnstrecke an die Flensburger Förde. Unterwegs schnell einkaufen, die Sachen aufs Boot verstauen, umziehen, Diesel starten und....der immer wieder einzigartige Moment des Lösens der Leinen. Die Uhr tickt sofort spürbar langsamer, sobald ich aus der Box gleite. Hinter der Hafenausfahrt gehen sofort die Segel hoch (der Wind kommt von achtern) und dann dieser nächste, immer wieder herzerwärmende, Moment: Motor aus. Nur unter Segeln gleitet La Mer sofort mit 5 Knoten Richtung offene Ostsee. Über Funk erzählt jemand von dem tollen Segelwind von Gelting aus in Richtung Marstal. Damit steht mein Ziel fest. Marstal. Das Tor zur dänischen Südsee. Hier bin ich immer wieder gerne und mit Erreichen von Marstal befinde ich mich bei dem vorhergesagten Ostwind auch schon wieder auf einem sehr langsamen Heimweg. Perfekt. 

 Die Förde bleibt zurück

Jetzt nur noch kurz Alois von dem Ziel berichten. Er bricht von Maasholm aus auf und wir wollten uns treffen. Mit dem Handy in der Hand stehe ich im Cockpit auf den Bänken und lehne über der Sprayhood, als die Sonnenbrille von der Nase rutscht. Instinktiv geht meine rechte Hand nach oben und zack, das Handy prallt auf die Sprayhood, von dort aufs Seitendeck und trotz meines starren Blickes, der es probiert dort zu fixieren, plupp, ins Wasser. Nichts mehr mit verabreden. Er wird sich Gedanken machen, meine Frau anrufen, die wird sich Gedanken machen und bei mir geht nun wohl statt einer Flunder eher die Mailbox ran. Doofe Situation. Bremen Rescue zu rufen mit der Bitte meine Frau zu kontaktieren, erscheint mir überdimensioniert. Also rufe ich zwei vorbeifahrende Yachte mit ihrem Bootsnamen an. Keine Reaktion. Na gut, ich bin ja nun nicht tagelang unerreichbar, sondern nur die 4 Stunden nach Marstal. Wird schon gehen. Rauschefahrt, halber Wind und noch eine kräftige alte Welle. Ich sitze auf dem Vorschiff und lasse Sindbad, meinen Autopiloten, arbeiten. Sommer, Sonne, Meer...traumhaft.

 Südspitze Aerö

Bei Sonnenuntergang mache ich in Marstal fest. Im September wird es ja schon wieder früher dunkel, das hatte ich beinahe vergessen. Kein Alois. Erstmal melde ich ich über EMail bei meiner Frau mit der Bitte ihn zu kontaktieren. Ohne Erfolg. Nur Mailbox. Wenn er man bloß nicht noch im Dunkeln draussen rumschippert. Aber ich habe andere Sorgen, mir ist kotzübel. Wohl von der eingeschweissten Forelle, die nun etwas länger ungekühlt herumlag. Trotzig laufe ich noch durch Marstal um es zu ignorieren, aber dann ist Schluss und der Fisch findet seinen Weg nach draussen. Und danach geht es direkt mit Bauchschmerzen ab ins Bett. Morgens geht es etwas besser und ich bringe den Müll von Bord. An der Müllstation treffe ich wen? Alois, und seine abenteuerliche Geschichte. 


Doch erst einmal sei vorweg erzählt: Alois segelt gerade seit 2 Wochen und hat sich vor ein paar Tagen mit meiner Unterstützung eine Bandholm 24 gekauft. Und beim Überführungstörn wurde er seekrank. Und der Aussenborder ist unzuverlässig. Die Elektrik habe ich ihm bereits soweit gerichtet. Ich dachte er ist auf der Schlei gut aufgehoben für den Anfang, aber Alois träumt von der großen weiten Welt. Also hat er sich kurz erklären lassen, wie er das erste Reff einbindet und ist dann um 1800h auf die Schlei, Kurs Ost. 15 Minuten später wundert er sich bereits warum trotz beider gehissten Segel das Boot keine Fahrt macht. Und das doch nur ein paar Meter neben dem Tonnenstrich. Am Ende kam er mit dem Aussenborder wieder frei und düste mit ordentlich Wind von der Seite Richtung Marstal. 

Da lachen die Möven

Gute 2 Stunden später wurde es dunkel und das Tablet mit der Navigation leer. Die Seekarte gibt nur her, das die Einfahrt nach Marstal im Dunklen nicht zu empfehlen ist. Also bleibt er vor der Einfahrt und wirft den Anker um Mitternacht. Er hat kaum Wind, aber viel Welle, doch der Anker hält. Mit dem ersten Tageslicht ist er dann in den Hafen. Für den ersten Törn einhand ist das eine Menge auf einmal. Respekt. Aber natürlich auch der erhobene Zeigefinger am nächsten morgen für diesen unglaublichen Leichtsinn. Denn: auch das Handy funktionierte nicht, Funk gibt es (noch) nicht an Bord. Nicht gerade ein Vorbild an Seemannschaft, wohl aber an Wagemut und Biss.

 Dänemark Spezial

Ich hoffe, das ich das als Mentor noch kanalisiert bekomme...ich repariere ihm dann noch die Ladebuchse für das Tablet und erkläre ihm sein Garmin Hand GPS, dann breche ich auf Richtung Strynö. Eigentlich nur 5 kurze faule Meilen, wie ich mir denke. Doch Rasmus hat andere Pläne.

 Wind kommt auf

Kurz habe ich in der Windstille von Marstal überlegt, ob ich mein Boot wirklich seeklar machen muss und alles wegräumen soll, wie es meine Bordgesetze befehlen. Dankbar bin ich nun dafür es getan zu haben, denn es hätte einigen Bruch gegeben. Und der Verlust des Handys schmerzt noch. Es gibt übrigens ein neues Bordgesetz bzgl. des Handys. Nur sitzend im Cockpit, und niemals lose in der Tasche. Jedenfalls wird es eine anstrengende Kreuzerei bis zur Hafeneinfahrt und noch darüber hinaus, denn ich laufe gerne bei viel Wind und Welle vor diesen fahrend ein, denn dann kann ich in aller Ruhe Fender und Leinen vorbereiten. Und unvorbereitet geht es in keinen Hafen. Bordgesetz. Alle Leinen wurfbereit über der Reling. Die vorderen Fender draussen. Die behindern nicht in der Box und hier ist immer der Erstkontakt zu Nachbarliegern. Die anderen Fender soweit klariert, das sie nur noch einen Tritt benötigen. Bootshaken griffbereit und das Cockpit aufgeräumt. Ich finde einen wunderbar geschützten Platz längsseits und warte nun wieder auf Alois. 




Hafenidylee auf Strynö

Viel passieren kann ihm auf dem kurzen Stück nicht, und jetzt lernt er eben Reffen und Kreuzen auf die harte Tour. Denn eines ist mal sicher: was man so gelernt hat, vergisst man nie wieder. Geht mir ja ebenfalls so. Man kann sich nicht alles in Ruhe erlesen, manchmal muss es wohl auch weh tun. Und es gibt einem eine gewisse Gelassenheit für das nächste Mal. Und eben kommt mir Alois überraschend entgegen...mit neuen Geschichten im Gepäck. Die erzähle ich dann morgen...denn jetzt geht es in den Dorfkrug :-)

Wäschedampfer Alois