Montag, 12. Januar 2015

VIDEO: Tage 18-20 - American Trilogy


Unsere 3-wöchige Rundreise geht zu Ende. Hier nun das letzte Roadmovie unseres Besuches bei Jack Daniels in Lynchburg.



So ganz kaufe ich denen hier ihr Marketingkonzeptnicht ab, welches besagt, das jeder Tropfen genau hier langsam und in Ruhe hergestellt wird. Ich vermisse die vielen LKWs, Abfüllanlagen, Flaschen, Karton, Container etc. für eine weltweit sicher riesige Produktionsmenge. Aber darum geht es letztendlich ja nicht. Die Romantik und das Flair von Destille und kleiner Stadt passen perfekt. Und es geht hier wirklich einmal entspannt zu. Die Rundtour ist interessant, alleine vom Geruch der großen Anlagen wird man schon beschwipst. 


Marketingtechnisch interessant auch die Single Barrel Society. Man kann für 8.000-12.000 Dollar ein ganzes speziell gelagertes Fass erwerben. Dieses wird dann in rund 250 Flaschen abgefüllt und ausgeliefert. Dazu bekommt man eine goldene Plakette an der Wand der Firma. Army, Obama, Sinatra und Motley Crüe hängen unter den vielen Namen an der Wand


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Nach diesem schönen Tag geht es über Chattanooga und Atlanta zurück in Richtung Rückflug. Wir besorgen noch ein paar Mitbringsel, besuchen eine befreundete Familie in Atlanta und treten dann den langen, langen Rückflug an. 3 Wochen und gute 5.000 Kilometer voller Erinnerungen bleiben hinter uns zurück. Ich bin der Geschichte der amerikanischen Musik ein Riesenstück nähergekommen und auch einige typisch amerikanische Verhaltensweisen sind vor Ort viel leichter nachzuvollziehen.


Kurzum: Es hätte besser nicht sein können!! Die Rückgewöhung nach Deutschland wird uns jedenfalls sehr, sehr schwer fallen. Aber es gibt ja zum Glück den Superbowl...

Der Cash-Song ist gesungen von Peter Caulton mit Band und mir am Bass.

Freitag, 9. Januar 2015

VIDEO: Tage 15-17 - Nashville, Tennessee


Roadmovie Nashville


Von Memphis aus führte uns die Reise durch die amerikanische Musikgeschichte weiter nach Nashville, dem Zentrum der Countrymusik. War in Memphis noch der Geist der alten Zeit zu spüren, ist davon in Nashville sehr wenig übriggeblieben. Viele Neubauten und eine komplett durchorganisierte Musikindustrie prägen die Stadt. In Nashville leben um die 5.000 Songwriter und 4.000 Musiker, die hier ihr Glück versuchen. Doch wenige große Firmen haben hier alles fest in der Hand, und bestimmen was gerade aktuell und angesagt ist. Dadurch entsteht leider viel Einheitsbrei und wenig Innovatives, doch auch immer wieder große Verkaufserfolge. 


Interessant war das bereits am Neujahrsmorgen ab 10h in jeder Kneipe und Restaurants schon Bands spielten. Das wäre selbst auf dem Kiez in Hamburg undenkbar. Mit hat Nashville nicht so viel gegeben, mir ist doch zu sehr kommerzialisiert. Es gibt einfach wenig Unbekanntes zu entdecken und ein Souvenirladen reiht sich an den nächsten. Es mag aber auch daran gelegen haben, das wir zu Sylvester hier waren und die halbe Stadt für ein Riesenparty mit 100.000 Leuten abgesperrt wurde. So blieb uns nur wenig Zeit und keine Gelegenheit sich abseits der Touristenrouten umzusehen. 


Andererseits gefiel es uns dann doch jeden Morgen mit Livemusik frühstücken zu können. Es war auf jeden Fall gut einmal hier gewesen zu sein. Im Video hört ihr den Titel "Truck Driving Man" aufgenommen 2005 mit der Band "Heartbreak Train". Mit Kai, dem Gitarristen und Stephan, dem Drummer werde ich leider erst wieder im Rock'n'Roll Heaven spielen können...

Ich glaube nicht...

Donnerstag, 8. Januar 2015

Zum Geburtstag wünsche ich mir...eine friedliche und besonnene Menschheit!


"Die vielen Jahre erfolgreichen Navigierens durch so manch stürmische See lassen einem zu einem erfahrenen Kapitän werden, den kaum ein Sturm mehr schrecken kann. Der mit Begeisterung und Optimismus die Wellen nimmt, um dann wieder ruhig und gelassen an die Küste zurückzukehren." So schreibt mir heute meine Bank zum Geburtstag. Entweder hat dort jemand eine poetische Ader, oder aber, wie ich vermute, es gibt dort einen Glückwunschschreibenbaukasten. Auf jeden Fall schön und treffend formuliert. Auf dem Rückflug aus den USA gab es ein Special über die von mir 2014 besuchten Aland-Inseln, welches jede Menge Erinnerungen an diesen für mich so einmaligen und friedlichen Segelsommer zurückbrachte. Daher, vor dem im Norden am Wochenende aufziehenden Sturm, noch einmal diese Bilder zum Träumen.


Angesichts der gestrigen Ereignisse in Frankreich wünsche ich mir, das sich die Menschheit ebenfalls nicht von einzelnen Stürmen schrecken lässt und die Ruhe und Besonnenheit bewahrt um zu friedlichen Ufern zurückzukehren. Es ist doch immer wieder besorgniserregend, wie es nur ein winziger Bruchteil der Menschheit schafft Unfrieden und Hass zu säen und  damit auch immer wieder durchkommt. Denn genau darum geht es ja immer und immer wieder.
 Einzeln zu schwach wird mit den immer gleichen Mitteln der Propaganda, ob nun politischer oder religiöser Art, probiert, die ja eigentlich friedliebende Menschheit in verschiedene Lager  zu spalten. Die sich dann möglichst auch noch kriegerisch bekämpfen. Ohne diese Spaltung und die mitmarschierenden Massen wären die großen Kriege und Konflikte nicht möglich. Wir müssen daher endlich lernen uns nicht von den wenigen machtsüchtigen Hasspredigern dieser Welt herumschubsen und beeinflussen zu lassen. Krisen kommen und gehen, wie Stürme, um danach wieder ruhiges Wasser zu hinterlassen.


Und nur wenn wir uns alle vor Angst kleinmachen, mitmarschieren und aufeinander einprügeln entsteht großer Schaden. Denn die aktuellen Terroraktionen sollen doch genau diese Schaden anrichten. Sie sollen uns verängstigen, aufspalten und gegeneinander kämpfen lassen. Jede dieser Aktionen hat den Zweck noch mehr Hass zu schüren, noch mehr Aufmerksamkeit und Presse zu generieren. Jede Reaktion, jede Berichterstattung führt dabei zu weiterer Eskalation. Bis sich gewaltbereite Gruppen bilden, die glauben sie müssten gegen andere Gruppen kämpfen. 
Ich denke, unsere Verantwortung liegt darin, dieses zu erkennen und da einfach nicht mehr mitzumachen. Uns nicht von wenigen Verblendeten zu den Werkzeugen ihres Hasses machen zu lassen. Lasst doch die Minderheiten einfach Minderheiten bleiben und ihren Hass unter sich ausmachen. Und je weniger Menschen dabei mitmachen, um so eher ist es vorbei. Lasst den Wind keinen Sturm werden, indem ihr mitmarschiert. 
Auf ein friedlicheres 2015 und in Gedenken an die friedliebenden Opfer, die es nicht verdient haben als Instrument des Hasses und Auslöser von Kriegen in unserer Erinnerung zu bleiben.



VIDEO: Tag 13&14 - Walking in Memphis




Hier nun das zweite Video zu der großartigen Stadt Memphis. Dieser Schmelztiegel der Musik hat eine unglaubliche Anzahl an Songs und Musikstilen hervorgebracht. Und man spürt dieses auch noch an jeder Ecke, da die Kommerzialisierung der Musik hier noch nicht in dem Maße fortgeschritten ist, wie an anderen Orten auf unserer Reise. Ich hatte für das Video direkt den Song "Walking in Memphis" im Ohr und habe vor Ort nach den passenden Bildern dafür gesucht. Da keine Originalsongs bei youtube machbar sind nehme ich hier eine Coverversion die wir 2002 mit Corinna May und meiner Hamburg Soul Foundation bei einem Auftritt für den Lions-Club mitgeschnitten haben (leider nur in VHS Kassettenqualität). Neben meiner Frau Merih (Keys) sind mit Michael Prott (Sax) und Yorck Mennich (Gitarre) noch zwei weitere Mitglieder meiner aktuellen Band dabei.

Montag, 5. Januar 2015

Blues vs. Bro-Country


Ich fühle ja meistens mehr mit den Minderheiten als mit der Masse. So hat mich die Entstehungsgeschichte des Blues auf den Baumwollplantagen der Südstaaten und der Weg dieser Musik den Mississippi aufwärts bis zur Metropole Memphis echt beeindruckt. Das Leid, die Unterdrückung, die Monotonie der Arbeit; all das hört und fühlt man in dieser Musik. Vor allem dann, wenn man sich die Originalschauplätze ansieht; die Menschen und die endlosen Meilen öden Landes. Ich war eigentlich nie ein großer Bluesfan und werde es wohl auch nicht mehr werden, dafür ist mir die Musik (meistens)  zu begrenzt und die Songs sind im klassischen 12 Takt Schema einfach zu ähnlich. Hier vor Ort kommt das aber irgendwie anders und ohne den Blues gäbe es keinen Rock'n'Roll (im größeren Sinne).

 
Gerade in Memphis, diesem Schmelztiegel der Kulturen des 20.ten Jahrhunderts, bohrt sich einem die Vielfalt und die Mischung diverser Musikstile mitten in die Ohren. Blues, Gospel, Soul, Country, Hillbilly alles vermischt sich und ist doch gleichzeitig präsent! Wahnsinn. Dazu das Lebensgefühl vor Ort; multikutli in Perfektion!


Wie extrem diese Mischung war, und sich auch mein Hören darauf eingestellt hat, fiel mir erst auf, als wir eine inoffizielle Grenze in Tennesee überfuhren. Das flache, sumpfige Land ging in Hügellandschaften über. Hier gab es früher keine Baumwolle oder Plantagen. Hier lebten und leben die Hillbillys und damit die klassische Countrymusik und der Bluegrass. Frei von Blues und Soul und immer brav in Dur, fällt es mir nun recht schwer diese Musik zu hören. Na gut, Hillbilly war eh nie mein Ding. Aber auch der New Country in Nashville hat es plötzlich schwer in mein Herz zu gelangen. Die Farm von Loretta Lynn machte es nicht besser. Ich fühlte mich hier plötzlich wie in einem abgelegenen Alpendorf, nachdem ich vorher in der Großstadt war. Und höre hier plötzlich Ländler statt HipHop, um mal einen deutschen Vergleich zu finden.

Waren wir in Lousiana, Alabama und Mississippi häufig in Restaurants, Hotels und Tankstellen eher die hellhäutige Ausnahme, hat sich das Bild hier in den "Alpen" komplett gewandelt. Ich finde dieses ganze Schwarz-Weiss Denken sowieso vollkommen unerträglich und bin froh darüber, das wir in Deutschland (zumindestens und gerade in den Großstädten) doch schon so viel weiter sind, was das Miteinander angeht. In den USA bleiben die Bevölkerungsgruppen leider extrem unter sich. Doch gerade dort wo die Vermischungen stattfinden, entstehen ja meistens die heißesten neue Dinge.


Als gutes Beispiel dafür sehe ich das STAX Label, den Trendsetter für die Soulmusik der 60er und 70er Jahre in Memphis. Bereits zu diesem sehr frühen Zeitpunkt war die Herkunft der Musiker in diesem Label vollkommen egal und vermengte sich einfach selbstverständlich. Der Gründer bezeichnete seine Firma als "completely integrated", und das in den 60er Jahren! Ein schönes Beispiel wie sehr die Musik die Menschen vollkommen vorurteilsfrei zusammenbringt. Was zählt, ist schlicht das Ergebnis und wohl auch der Erfolg. Und die auf diesem Label erschienene Musik spricht auch absolut für sich. Siehe Link: STAX Label


Die Themen "Friday Night, Beer, Tight Jeans, Pickup Truck"des aktuellen Bro-Country  nerven mich hier nun leider bereits nach dem dritten Song, wie in diesem Video sehr schön beschrieben :-) Und klassischen Country, Rockabilly o.ä. sucht man hier vergebens.....




Sonntag, 4. Januar 2015

Der Kreis schliesst sich


Es geht nun heute wieder nach Atlanta und morgen zurück nach Deutschland. Auf dem Tacho stehen 3.000 Meilen mehr. Rund 4.800 Kilometer durch den Südosten der USA liegen hinter uns. Weihnachten und Sylvester haben wir hier erlebt. Schön wars und zu kurz.

Freitag, 2. Januar 2015

VIDEO: Memphis #1 - The Ghost of Elvis


Memphis war so vielseitig, das ich davon zwei Videos zusammenstellen werde. Die Nummer 1 widmet sich dabei ausschliesslich Elvis Presley und zeigt Bilder von Graceland, den Privatjets und Autos und weitere für Fans eventuell interessante Dinge. Auf Graceland selbst wird das Verbot von Videoaufnahmen recht streng kontrolliert, daher gibt es hiervon nur Fotos. Und die Musik von John Barron "I owe you one". Das passt perfekt!