Sonntag, 12. Oktober 2014

I'm getting closer to my home

Ein recht unbekannter Rock-Klassiker, der mir heute den ganzen passenderweise Tag im Kopf rumgeht und den ich auch immer sehr gerne gespielt habe...

Grand Funk Railroad - I'm Your Captain


Startschwierigkeiten


Jeden Morgen fällt mir das Aufstehen im kalten, feuchten Boot schwerer. An den Segeltagen ziehe ich meist einfach die Segelklamotten direkt über die Schlafgarderobe und dusche dann nach Ankunft. Heute gönne ich mir aber ein Landfrühstück während sich die Sonne durchkämpft. Nordseekrabben, ich habe euch so vermisst!! Die nun wieder verständlichen Nachrichten nicht :-(


Freitag, 10. Oktober 2014

Ritsch-Ratsch - Kopf frei



Ein interessantes Phänomen hat sich während der gesamten Reise nicht verändert. Sobald ich ablege und die Segel hisse bin ich in einer anderen Welt. Egal worüber ich mich vorher gefreut oder geärgert, etwas geplant oder verworfen habe. Mit dem Hochziehen der Segel ist alles verschwunden. Wie früher bei diesen Zeichenpappen, bei denen man durch Ziehen an einer Seite alles verschwinden lassen konnte. Oder meinetwegen heute ALT-SHIFT-CTRL-STRG-Klammeraffe-Slash-Apfel-Hyphen Delete, oder womit man auch immer den Bildschirm ganz leer bekommt :-) Oder war es Format C: ? Oder Stecker raus?

Es gibt dann nur noch mich, das Boot und das Ziel. Und solange ich nicht wieder angelegt habe, bin ich auch nicht in der Lage über etwas reales, bordfremdes Nachzudenken. Anderen Gedanken nachzuhängen funktioniert dagegen sehr gut. Es darf nur eben nichts aktuelles, “Dringendes” sein. Ich finde das immer wieder erstaunlich. Andere zahlen dafür viel Geld in Yoga-, Thai-Chi oder Meditationskursen. Ich hisse einfach die Segel und weg ist der Alltag! Ritsch-Ratsch...

Das klappt aber merkwürdigerweise nicht unter Motor, es müssen die Segel und die damit einsetzende Stille sein. Deswegen trinken Motorbootfahrer wohl auch deutlich mehr als Segler?

Red skies at Night, Sailors Delight...es geht heimwärts


Dann wollen wir doch mal sehen, ob diese Regel auch für das gute Wetter gilt. Der Abendhimmel sieht ja vielversprechend aus. Nach einem weiteren eingewehten Tag hier in Avernakö bekam ich nun langsam einen Inselk- und Bootkoller. Dagegen half nur ein Fährenrundtörn durch die Südsee. Dieser brachte weitere deutliche Zeichen der Wetterbesserung zum Vorschein:

Zunächst die Farbe der Kirche vor dem Himmel. Hochsommer pur..  



Auch bei den Hohepriestern der dänischen Südsee bin ich vorstellig geworden.

 Wale und Schärenkreuzer machen sich auch wieder auf den Weg.

Das Heulen und Klappern in den Wanten hat aufgehört, das Boot zerrt nicht mehr an den Leinen und selbst der Wetterbericht sieht gut aus. Morgen früh - Kurs Schleimünde!!

 Avernakö ist im Sommer sicher toll, zum Abwettern aber eher ungeeignet.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Premiere einer multimedialen Segelreise von und mit Claus Aktoprak & Live-Band


Segeln in den Schären

Alleine - 160 Tage - 100 Häfen

Segeln ist Rock 'n' Roll und Freiheit, sagt der Kontrabassist und Songwriter Claus Aktoprak. Im Frühjahr 2014 ging der Musiker als Einhandsegler mit seinem 40 Jahre alten Segelboot „La Mer" auf einen besonderen Ostseetörn in Richtung schwedische Schären und zu den Ålandinseln. „The Sailing Bassman" liess Daheimgebliebene, Segel-Fans, Ostseeliebhaber und Rock 'n' Roller auf seinem Blog Luvgier - www.luvgier.blogspot.de – an seiner sechsmonatigen Reise und der Törnvorbereitung teilhaben. Nun berichtet er sehr persönlich und mit vielen stimmungsvollen Foto- und Videoaufnahmen von den Eindrücken seiner Tour. Und coole Musik können die Besucher natürlich ebenfalls erleben. Denn den Soundtrack seiner Reise produzierte er unterwegs selbst, um seine Eindrück direkt und ungefiltert musikalisch umzusetzen. Die 15 Titel sind dabei jeweils verschiedenen Abschnitten und Erlebnissen des Segeltörns zugeordnet und führen den Zuschauer von der Hektik des Aufbruchs, über die gefundene Ruhe in verlassener Natur, bis zu Einsamkeit, Sehnsucht und Heimkehr am Ende seiner 160 Tage dauernden Reise. Ungewöhnlich und einzigartig ist dabei, das sämtliche Titel von einer Band live gespielt werden um ein wahres Multimedia Erlebnis zu bieten. Mit John Barron und Dara McNamara konnte er zwei großartige Sänger für die Interpratation seiner Songs gewinnen. Natürlich gilt es auch noch eine Menge zu erzählen und Fragen zu beantworten. Interessenten dieser ungewöhnlichen Premiere am 23.11.2014 werden gebeten Karten vorab unter c.aktoprak@yahoo.de zu reservieren, da nur eine begrenzte Zahl an Plätzen vorhanden ist. Bei großer Nachfrage wird es Folgetermine geben.


- 23.11.2014 - Music Club LIVE - 19:00h - Fruchtalle 36 - 20259 Hamburg - €8.-

Vocals - Dara McNamara John Barron
Keyboards - Merih Aktoprak
Drums - Oliver Steinwede
Gitarre - Yorck Mennich
Sax - Michael Prott
Bass - Claus Aktoprak

Reingelegt

 Morgenhimmel vor wenigen Tagen über Svendborg

The complete saying states: RED SKY IN MORNING, SAILORS WARNING; RED SKY AT NIGHT, SAILORS DELIGHT

Und genau so kam es dann auch...die "natürlichen" Wettervorhersagen sind scheinbar verlässlicher als die Technischen.

So war heute ab 1300h abflauender Wind angesagt. Man merkte es deutlich und sieht es auch in der Echtzeitwindmessung; ab 1200h ging es bergab. Trotz meiner Planung hier in Avernakö zu bleiben, machte ich mich frohen Mutes auf den kurzen Weg nach Mommark. 1 ganze lange Meile lang lief alles gut, dann legte der Wind wieder los, aber wie! Ohne Abdeckung der Insel stampfte sich das Boot fest und es war kaum Weg gegen den Wind gutzumachen. Da werden dann aus 10 Meilen 10 Stunden....also U-Turn, wieder in den Hafen. Selbst das Anlegen war schwierig, wo ich eben noch locker abgelegt hatte.

Mittagspause. Eine Stunde später schaue ich aus dem Luk...fast Windstille und Sonne. Man sieht es ebenfalls auf dem Display. Ja, Rasmus, sehr witzig!! So bekommst du den Rest Rum an Bord sicherlich........NICHT.   

Bilanz: Der 100ste Törn war mit 3 Meilen (zusammen mit dem Dieselausfalltörn im Götakanal) der kürzeste der Reise...



 Liegt sich aber auch sehr schön hier.


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Kloss im Hals

Der letzte Abend auf den Aland Inseln

Was für ein Sommer. Was für ein Leben. Was für eine Welt.