Montag, 22. Dezember 2014

Der Song "The Black Tie"


Die Harmonien zu "The Black Tie" habe eigentlich ich in wenigen Minuten zusammengeschrieben. Eigentlich  nur als kurzes Demo für eine Videovorstellung meines Ortega Basses gedacht, blieb mir der Song irgendwie im Ohr hängen. Als dann der Schlagzeuger und Kollege Stephan Böhme in der Band "Kati und die Schulmänner" überraschend starb, schrieb ich kurz nach seiner Beerdigung den Text zu diesem bluesigen Song. Denn ich habe eine schwarze Krawatte, die ich nur zu Beerdigungen trage. Und mir natürlich wünsche, diese möglichst selten (am besten nie mehr) umbinden zu müssen. Aus diesen Gedanken entstand dann der fertige Song, kurz vor meiner Umkehr meiner langen Reise. Ich übersetze den Text wieder frei und ungereimt ins Deutsche:

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Meine Freunde gingen einer nach dem anderen,
und keiner wird zurückkommen.
Und es gibt nichts, das ich dagegen tun könnte,
ausser mit die Krawatte umzubinden.

Das Leben behandelt dich wie eine Schlampe...
..und dann stirbst du.
Dieser Satz steht mir ins Gesicht geschrieben.
Und wenn meine Zeit dann kommt,
wird es nicht das Ende der Menschheit sein.

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Schmerz, Enttäuschung und Sorgen,
sind alles, was ich je fand.
Und der einzige Ort, der jetzt noch auf mich wartet,
liegt sechs Fuss unter der Erde.

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Düstere Worte zu einem groovigen Song, gesungen von John Barron.


Samstag, 20. Dezember 2014

Die angenehme Oberflächlichkeit der Amerikaner


Ja, ich weiss das es meist nicht ehrlich gemeint ist. Und aufgesetzt und einstudiert. Aber trotzdem gefällt es mir, wenn ich beim Betreten eines Geschäftes gefragt werde "Hey, how are you today?". Wenn mich Passanten beim zufälligen Augenkontakt grüßen, statt wortlos wegzuschauen. Wenn ich freundlich lächelnd vorgelassen werde, obwohl ich mich versehentlich vorgedrängelt habe. Ja, die vorgespielte gute Laune erzeugt sogar gute Laune. Auf meiner Reise in Schweden ging es mir ähnlich. Freundlichkeit steht hier ganz oben, wobei die Schweden dieses Lebensgefühl scheinbar nicht einmal vortäuschen müssen. Hier in Amerika ist das Leben für die meisten deutlich härter, und umso mehr bewundere ich den Trotz, mit der hier an der Freundlichkeit festgehalten wird. Eigene Probleme werden nicht miesepetrig nach aussen getragen. So wie häufig in Deutschland, wo jeder drängelt und schubst und niemand freiwillig jemand anderen vorlassen würde. Jeder hat so wenig Zeit, und so viel zu tun und jeder soll sehen, wie viele Sorgen man hat. Mit dem Resultat, das sich alle irgendwie gegenseitig nach unten ziehen, ohne damit einen Schritt weiterzukommen. Da antworte ich doch lieber immer, das es mir "Awesome" oder zumindestens "Great" geht, und ein wenig glaube ich das dann auch selber. Und auch wenn es meinem Gegenüber komplett egal ist, ziehen doch beide lächelnd weiter ihres Weges. Und das ist doch schon eine ganze Menge.

VIDEO: Tag 2 und 3 - Georgia on my Mind


Bilder sagen mehr als Worte. Daher hier nun unser heutiges Roadmovie:



Für die Neugierigen unter euch noch etwas präziser: Tag 2 unserer Tour bringt uns nach 450km nach Savannah. Vor vielen Jahren hatte ich einmal ein von dort handelndes Buch gelesen, und wollte seitdem einmal hierher. Auf dem Weg sehen wir die hier so typischen mit Louisianamoos bewachsenen Lebenseichen und trödeln über den Interstate bis zu unserem Hotel in Savannah. Die Atmosphäre am Fluss erinnert uns stark an die Elbe in Hamburg und es ziehen auch einige dicke Pötte auf dem Savannah River vorbei. 


Die River Street ist zwar voll auf Tourismus ausgelegt, aber nach der langen Fahrt doch recht kurzweilig. Es ist warm und sonnig. Weihnachten scheint mehr als nur noch 5 Tage weit weg zu sein. Wir laufen dann sehr lange durch die Strassen von Savannah und finden hier in der einsetzenden Dunkelheit die alten Häuser und die Atmosphäre des Buches. Besonders ein alter Friedhof, ebenfalls von vielen Lebenseichen bewachsen, hat eine ganz eigenartige Atmosphäre. Als wären wir hunderte von Jahren zurückgereist. 


Das Seafood war eine einzige panierte Katastrophe und wir fragen uns, ob wir wohl unser Wechselgeld wohl ebenfalls frittiert zurück erhalten. Nur der Besuch im Supermarkt plus Verzehr einer Riesenschale Obst gibt uns etwas Lebensgeister zurück.

Morgens am Tag 3 dann der Aufbruch nach Brunswick bei den Golden Isles direkt an der Atlantikküste. Nur ein kurzer Trip, dann sitzen wir beinahe wie im Hochsommer unter Palmen am Pier und geniessen den Strand auf der St. Simons Insel. 


Später dann noch ein Sundowner mit Blick auf den Atlantik Mehr geht nicht. Die Zeitverschiebung macht uns immer noch zu schaffen, aber es gibt einfach so viel zu sehen. Nur eines ist nun sehr schräg: die überall laufenden Weihnachtslieder vor dem palmengesäumten Strand. Vor einer Woche standen wir noch frierend auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt :-)



Donnerstag, 18. Dezember 2014

VIDEO: Tag 1- Breakfast in America



Der erste Tag unserer 3-wöchigen Amerikareise war noch stark geprägt von Jetlag und dem langen Flug. Ich konntedank starker Kopfschmerzen gut durchschlafen; Merih lag seit 0430h wach. Nach einem Frühstück im Waflehouse mit den von mir so geliebten Free Coffee Refills holten wir unseren Mietwagen am Flughafen ab. Der kleinste Wagen Amerikas. Chryslers Antwort auf LUPO und co. Aber wenn ich den Kopf etwas schräg halte, kann ich auch fast unbeeinträchtigt durch die Windschutzscheibe sehen...

Unser Ziel war das so gelobte Georgia Aquarium. Auf dem Weg gerieten wir dann noch in die Abschlussfeier der Universität, samt den lustigen Kostümen mit viereckigem Hut. Überall Studenten, Zebrastreifen, Autos und Polizisten...prompt kam dann auch sofort ein Anschiss über Lautsprecher, da ich wohl 5 Zentimeter zu dicht vor einem Übergang stand. 


Das Aquarium war schon sehr beeindruckend und wir haben dort tolle Aufnahmen gemacht. Die Fische müssen sich allerdings über unsere Spezies wundern, die da samt und sonders mit ausgestreckten Armen und einem blinkenden Kästchen in der Hand vor den großen Scheiben steht. 

World of Coca Cola und CNN haben wir uns dann aber nur noch von außen angesehen. Ich bin ja eher nicht der Typ, der einen Reiseführer stoisch abarbeitet, sondern finde meist mehr Interessantes auf den Wegen von A nach B. Wie heute einen sehr coolen Diner im Original 50's Style mit allem drum und dran. Dazu laufen überall wie selbstverständlich die amerikanischen Weihnachtssongs in Radio und Restaurants und überhaupt ist die ganze Atmosphäre eben sehr...amerikanisch. 


Wir haben dann noch eine Mitstudentin meiner Frau aus ihrem Musikstudium in Los Angeles vor gut 10 Jahrengetroffen. Samt Tochter in einem Karatedojo in einem Vorort von Atlanta. Von solchen Begegnungen lebt für mich so eine Reise, und gibt auch Einblicke in den Alltag. Leider auch mit Kritik an dem hier (im Gegensatz zu LA oder Hawaii) spürbaren Rassismus. 


Zu mehr hat die Kraft dann heute nicht gereicht. Im Fernsehen lief eben eine Michael Buble Special Christmas Show, alles live gespielt und mit ein paar speziellen Superstargästen. Grossartig! Morgen geht es dann nach Savannah und ich muss nun auch mal ins Bett....

Montag, 15. Dezember 2014

Der Song "Aftershow", vollendet auf den Alandinseln


"Aftershow" gibt es als Idee schon einige Zeit. Ich habe 3 Jahre lang in mehreren Musicals in Hamburg den Bass gespielt. Insgesamt wohl rund 1.000 Vorstellungen. Egal wie einem das Schicksal mitspielt hat, egal was man den Tag über getan hat...um Punkt 2000h wird der erste Song gespielt. Fehlerfrei und möglichst immer lächelnd. Und immer der Gleiche. Nach ein paar Wochen führt das dann dazu, das man über tausend Dinge nachdenkt und dabei seine Finger beobachtet, wie sie ihre Wege auf dem Instrument von alleine finden. Und lächelt. Ich erlebte in dieser Phase eine schmerzhafte Trennung, was die Sache natürlich nicht leichter machte. "Aftershow" soll genau diese Atmosphäre der Zerissenheit wiedergeben. Ich übersetze dazu den Text einfach mal frei und ungereimt ins Deutsche.

Jeden Tag spiele ich hier meine Liebeslieder und gebe mein Bestes
Manchmal fühle ich mich dabei nutzlos, manchmal besser als alle Andere
Doch jede Show endet, und wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören
Doch manchmal fühlt sich auch mein Leben schon an, wie eine Show ohne Ende

Lasst mich euch von ihr erzählen
Sie war weit mehr as ich verdiente
Sie war der beste und liebenswerteste Mensch, den ich je traf
mit einem Augenzwinkern zeigte sie mir das sie zu mir gehört
doch eines Tages hörte sie damit auf
und am nächsten Tag war sie fort

Nun ist die Bühne leer, der Vorhang gefallen
die Scheinwerfer glimmen nur noch matt
ich sitze noch hier und warte auf sie
wie in all den Wochen davor
dann gehe ich alleine nach Hause

So meine Freunde
solltet ihr sie das draussen treffen
sagt ihr bitte, das ich hier warte um sie zu umarmen
sagt ihr das ich sie liebe, un das meine ich ernst,
denn wenn sie mir nicht zuhören kann
muss ich euch davon nun jeden Abend erzählen

Also hört mir gut zu
und merkt euch diesen Song
haltet eure Frauen heute gut fest
denn morgen sind sie vielleicht schon fort

Gesungen von Dara McNamara


Man muss nicht weit fahren um weit zu reisen


Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt. Dann zum Kult-Griechen "Olympisches Feuer" im Schanzenviertel. Weiter zum Irish Pub "Shamrock" im Karoviertel. Und danach Live-Musik der Gruppe Med Cezir im türkischen Club "Kirkbeslik"  in Stellingen. Hamburg multikulti. Lange nicht gehabt und immer wieder schön!  





Der Song "Der einsame Seemann" (aus der Show "Segeln in den Schären")


So, nun sind alle Titel ordentlich bei der GEMA angemeldet; so wichtig sieht das dann aus. Ich wusste ja schon, das ich auch Songs auf der Reise schreiben werde, und habe dafür ja auch genug Instrumente und Software mitgeschleppt. Im Nachhinein war das jedoch absolut unnötig. Das Segeln ist perfekt um erst den Kopf frei und dann die Ideen hinein zu bekommen. Die eigentlichen Aufnahmen  macht man aber besser zuhause. Es geht nur um die Ideen und die Texte. So gesehen hätte ich eigentlich nur Akustikgitarre, Keyboard und ein simples Aufnahmegerät mit Mikro benötigt. Naja, nächstes Mal :-)


Was mich aber wirklich glücklich macht, sind die vielen positiven Reaktionen der Gäste auf meine Songs bei der Premiere am 23.11. in Hamburg. Damit kann man ja vorher nicht rechnen und bis dahin wusste ich auch nicht so recht, wie es mit den Songs weitergehen soll. Nur Dieter Bohlen findet seine eigenen Songs sicher immer gleich hammergeil, ich bin da doch deutlich selbstkritischer. Umso wertvoller ist dann natürlich das Feedback und ich bin schon deswegen glücklich diesen Abend veranstaltet zu haben. Es ist wirklich ein merkwürdiges Gefühl seine eigenen Titel das erste Mal vor Publikum zu spielen und zu hören. Es kann ja von Langeweile bis Protest alles passieren. Und dann hören sogar alle konzentriert zu und applaudieren. Wahnsinn!! Aber am allerbesten: die Mails und Chats in den Tagen darauf, mit den Fragen wann und wo die Musik erhältlich sein wird. Die Songs, die ich mir während der Reise zurechtgebastelt habe, sind erwachsen und lebendig geworden. Und transportieren scheinbar die Emotionen und Gedanken auf die Zuhörer. Und ich sage bewusst Zuhörer. Kein Mitwippen mit dem Rücken zur Band, kein Zwischengerede sondern echtes Zuhören.

Und dann gibt es eine Seglerin, die im nächsten Jahr auch ein paar Monate unterwegs sein will und die auf der Reise entstandenen Songs so wieder mit auf Reise nehmen will. Eine großartige Idee! Und für mich ist damit noch etwas wahrgeworden, das ich so gar nicht habe kommen sehen. 

Bei der Premiere ist natürlich, wie üblich, neben vielen Versprechern auch musikalisch nicht alles wie geplant gelaufen. Aber ich habe Video und Ton mitgeschnitten und werde nun trotz ihrer Macken die meisten Songs nach und nach Online stellen. Als Dankeschön für die Zuhörer, die sich eventuell noch einmal an den Abend erinnern mögen. Und was bedeutet schon Perfektion, wenn es doch um das Leben in diesen Liedern geht. Und was soll ich sie auf der Festplatte behüten, wo sie doch nun erwachsen sind und leben wollen. 

Ich fange daher hier an mit dem Song "Der einsame Seemann". Ursprünglich auf Englisch verfasst, hiess er angelehnt an die Schlusszenen bei Lucky Luke, "Poor lonesome Cowboy". Bis mir irgendwann die Idee kam es auf Deutsch zu versuchen und die Geschichte aufs Meer zu verlagern. Und seitdem liebe ich diesen Song, er ist irgendwie "so anders" :-)

Inhalt: Ein Seemann verliert nach und nach dieses und jenes. Am Ende eigentlich alles, ausser seinem Stolz. Und da er sich so an Land irgendwie nie richtig wohl fühlt, fährt er eben  immer wieder hinaus. Mein einsamer Seemann, immer so weit weg von Zuhaus.

Hier im Duett mit John Barron in bester Hans Albers Manier...