Montag, 3. März 2014

Wer ist der Typ eigentlich?...

...falls sich das jemand fragt, hier einmal eine kurze Zusammenfassung eines, wenn ich das alles so lese, doch recht bunten Lebenslaufes. Ich wollte eben nie Beamter werden...

So ein Blog ist ja schon auch irgendwie ein wenig Seelenstriptease, wie ich gerade irgendwo gelesen habe, da ist es vielleicht auch persönlicher einmal zu wissen, von wem man liest obzw. mit wem man chattet.

- Mit 12 habe ich angefangen in Schülerbands zu spielen. Erst Keyboard, dann Gitarre
- Nach der Schule dann Ingenieursstudium Flugzeugbau, da ich zunächst vollkommen planlos war, und das irgendwie spannend und nach weiter Welt klang. Irrtum :-)
Musikstudiengänge gab es damals nur für Klassik und evtl. Jazz..das kam für mich mangels Talent nicht in Frage, war eher Strassen Rock'n Roller, wie alle damals.
- Habe dann nebenbei mit mehreren Kumpels in Konzerthalle/Club Docks im Getränkelager und am Tresen gearbeitet. Wir waren also getränketechnisch bestens versorgt, und hatten eine sehr, sehr gute Zeit. Hatte diverse Bands, es gab auch mal Geld fürs Spielen, aber alles immer noch in der Amateurliga.


 Gitarrist bei den Rebel Rousers
  Die Düsseldorfer
Mit Rocko Schamoni und Ulf
 Mein Herz schlägt ja immer schon für den Rock'n Roll, hab ja gemeinsam mit Elvis am 8.1. Geburtstag

- Nach ein paar Jahren war ich dann fast fertig mit dem Studium, hatte schon ein paar Praktika bei Airbus und ein Angebot für eine feste Anstellung dort. Das wollte ich aber auf keinen Fall, mein Traum war es noch immer auf der Bühne zu stehen...also: Mir fehlten nur noch 2 Klausuren, habe dann aber ALLES abgebrochen um mich quasi vor mir selbst zu schützen. Denn wenn man einmal in der Mühle drinsteckt....

 Bass bei Grand Funk Railroad Coverband mit Roland Grapow
 Gitarrist bei God Hellfire
Bass bei Bon Scott

- Wechsel zum Studiengang Medienbetriebstechnik. Hier ging es dann wenigstens um Ton, Licht, Bühne, Kamera etc. statt um Flugzeugtoiletten.

- Das Studium begann mit einem Praktikum am Theater als Ton-, Lichttechniker. Am Ende gab es mangels Publikum 4 Monate kein Geld mehr, ich habe dann auch noch Karten abgerissen, Plätze zugewiesen und war dann nebem dem Inhaber, der einzig Übriggebliebene...habe dann aber doch noch mein Geld bekommen und als Dankbarkeit für meine Treue, kam dann das Angebot die Band für ein Musical zusammenzustellen... damals zusammen mit Mr. Piggy, bekannt als Schildkröte aus Ditsche. Das Musical lief fast ein Jahr lang super, dann ging es mit gleicher Besetzung in nächste Stück!

  Musical "Yesterday" in Hamburg

 
Musical "Piccadilly 66" in Hamburg

- Ungefähr zeitgleich kamen dann diverse Engagements als Playback Musiker für diverse deutsche und internationale Künstler. Ich habe über 100 Fernsehshows gemacht, und habe da bei Bonnie Tyler, Jamie Walters,Wolfgang Petry, Matthias Reim, Brunner und Brunner, Juliane Werding, Drews und was weiss ich noch an Schlagzeug, Bass, Gitarre und Saxophon probiert ne gute Figur zu machen. Dazu Hotels, Flüge...das waren dann die fetten Jahre voller lustiger Geschichten, aus der mir völlig fremden Welt von Hitparade und co. Alleine darüber könnte ich ein dickes Buch schreiben. Ich konnte ca. 10 Jahre von der Kombi aus Theater und Fernsehen plus LiveGigs gut leben, und hatte mein Ziel als Musiker leben zu können also erreicht. Was war ich froh über den Studienwechsel...hinterher ist man immer schlauer!! Ich war ja damals eher der langhaarige Rocker mit Motorrad, aber in der Welt voller Schlagersternchen wurde auch jede Menge gesoffen und gefeiert...das passte schon!! Ausserdem waren 2 gute Kumpel immer mit in den Fernsehbands.

 Drums bei Bonnie Tyler
  Drums bei Rene Froger
 Piano bei G.G. Anderson
 Hinter Rex Gildo :-)
 Bass bei Jamie Walters (Beverly Hills 90210)
 Schön mit Matte...
 ...bei Matthias Reim
 Videodreh mit Matthias Reim
 Drums bei Wolle Petri
 Mal am Bass bei Reim
 Live auf Tour mit Matthias Reim
 Gitarre bei Juliane Werding
 Saxophon!! bei Juliane Werding

- Im Theater folgten dann noch 4 weitere Musicals, die dann aber langsam immer schlechter liefen. 2 Insolvenzen habe ich dabei auch mitgemacht.

Werbefoto für ein Fender Endorsement
 
- Irgendwann waren dann unsere Gesichter als Playback Schergen wohl verbrannt, und im Theater lief es auch nicht mehr richtig. Zu den noch verbliebenen Live Gigs musste ich nun auch unterrichten. In dieser Zeit habe ich dann ein Jahr Jazzunterricht bei einem Bassisten in Berlin gehabt und habe endlich mit dem Traum vom Kontrabass angefangen. Weg von der Konsummucke zurück zum Rockabilly und Country, auch wenn die Haare nun keine Tolle mehr hergaben :-(

 Heartbreak Train
 Peter Caultons Ring of Fire
 Martini Club
 Mace Sharp...
 ...and the Halebops
Bass bei Mike and the Jumping Hellcats
 Bass bei Dara McNamara

- Ich war dann auch als Vorführer und Berater für eine Musikinstrumentenfirma tätig, und da kam dann das zweite Angebot einer Festanstellung in meinem Leben. Habe da wieder wochenlang drüber nachgedacht, hatte aber keine echte Alternative mehr im Ärmel. Von da an war ich Assistant Product Manager und ging täglich ins Büro...eigentlich mein ewiger Alptraum!!

 Der feine Herr Aktoprak, so...
..aber auch so, hier mit Van Wolfen

- Am Anfang war das aber alles sehr OK und hatte mit festem Gehalt und bezahltem Urlaub etc. andere Vorteile; später wurde ich dann Produktmanager und der Stress fing an. Das Segeln hat mich sofort als Gegenmassnahme angesprochen, da es a) langsam und b) meist einsam ist. Wenigstens konnte ich nun abends an andere Dinge denken und für die Scheine lernen, und auf dem Wasser war es sowieso immer extrem relaxt.
Ich hatte mir vorgenommen, das, wenn ich schon angestellt bin,  ich möglichst viel von dem Verdienst spare bzw. investiere um dem Elend dann auch bald wieder zu entkommen. Nach 2 Hörstürzen wollte ich dann aber freiwillig aussteigen; mir erschien damals alles besser, als so weiter zu machen. Dann kam die Nachricht von Umstrukturierung und Umzug der Firma in den Süden; dazu die Aussicht auf eine Abfindung. Ich denke, ich war der Einzige der sich darüber gefreut hat...habe das sogar gefeiert! Den Kollegen gegenüber tat mir das natürlich leid, ich habe natürlich trotzdem als gewähltes Betriebsratsmitglied gegenan gekämpft...eine weitere sehr stressige Erfahrung. Zu verhindern war das alles dann eh nicht, aber die ausgehandelte Abfindung ist nun Teil meiner Reisekasse und das Boot hatte ich mir mit so einem RiesterFörderFondSparvertragDingens zusammengespart, der nun ausgezahlt wurde.
- Ohne den Job würde es jetzt diese Reise nicht geben...es hängt also wieder mal alles zusammen. Hatte dann nach dem Ausstieg auch direkt wieder viele Gigs mit den alten Jungs...schön!! Das Live spielen wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben.


 Back to the Roots mit John Barron
 Good old Rock'n Roll
 mit John und Jürgen Gleba
Kati und die Schulmänner

 The Sailing Bassman

- Die weitere Zukunftsplanung? Erstmal losfahren, dann mal wiederkommen, dann mal sehen...bisher ging es ja immer irgendwie, und vor allem unerwartet, weiter. Ich habe noch nie etwas über eine Bewerbung bekommen, nur über Kontakte und das berühmte Klingeln des Telefons, wenn man mal nicht mehr weiter weiss!

-Ach ja, last but not least...ähnlich bunt wie die Karriere lief es "leider" auch mit den Beziehungen. So habe ich erst recht spät meine Frau Merih kennengelernt und 2008 geheiratet. Sie ist Keyboarderin und Pianistin, von daher liegen wir auf der gleichen Wellenlänge und spielen auch in manchen Bands zusammen.
 Mit dem Martini Club auf unserer Hochzeit

Von ihr habe ich übrigens den Namen Aktoprak übernommen, da sie Türkin ist. Neben der Liebe zu ihr, ist auch eine Liebe zur Türkei entstanden und ich probiere stets möglichst viel Zeit dort in unserer Ferienwohnung zu verbringen. Doch das ist wieder eine andere Story...

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