Donnerstag, 12. Juni 2014

Die Tücken von Heckanker und Heckbojen


Nachdem mittlerweile das Anlegen mit Heckbojen zu zweit einigermassen klappt, muss  ich mir nun überlegen, wie das alleine funktionieren soll. Das Durchfummeln einer Leine durch die Boje war immer chaotisch; sie verhedderte sich dann im Aussenborder oder klemmte irgendwo, so das ich nicht mehr auf Fahrt und Ruder achten kann...bei etwas Wind immer sehr unschön. Eine Hallberg-Rassy hat z.B.: nur wegen der Fender überlebt :-) Ich habe mir vorhin nun einen Bojenhaken besorgt, für den ich vorher zu geizig war. Den muss ich nur einhängen und die Leine auf die ungefähre Länge belegen, dann kann ich nach Vorne jumpen, um dort an den Steg zu gehen. Das sollte eigentlich gut klappen.

Ganz anders jedoch das Festmachen am Felsen mit Heckanker. Der erste Versuch war eine echte Katastrophe. Da kam aber auch Einiges zusammen. Zunächst stimmten die Tiefenangaben aus dem Handbuch absolut nicht. Später haben wir an Schilf und Fels gesehen, das mindestens 60cm Wasser fehlten, wohl aufgrund des vorherigen langen Starkwindes. Laut Echolot müsste ich längst aufgelaufen sein, der Grund ist allerdings so schlammig und modderig das ich mich da irgendwie durchgefräst habe; das Wasser war auch ordentlich schlammig hinter mir.  Der empfohlene Liegeplatz war also nicht zu erreichen, ein alternativer lag recht ungünstig quer zum Wind, der natürlich in Böen genau in die angeblich nach überall geschütze Bucht rauschte. Generell kommt beim Anlegen immer viel Wind auf, das ist wohl so eine persönliche Sache zwischen mir und Rasmus, dem alten Sack! Also Heckanker und dann langsam vorwärts...klonk. Passt natürlich nicht und der Heckanker liegt auch im ungünstigen Winkel. Also Anker hoch, neuer Anlauf. Leider ist der Grund so modderig, das kiloweise stinkender Schlamm an der Kette und am Anker hängt; später dann an meinen Händen, Beinen, Klamotten, überall im Boot etc. Dazu die Böen und der alarmgebende Tiefenmesser...großes Kino. Also nochmal ne Runde durch den Schlamm, Heckanker wieder rein und trotzdem passt es vorne nicht. Nun also schlammbesudelt ins Schlauchboot um ne Vorleine an Land zu rudern....irgendwann (2 Stunden später) liegt dann alles fest und erst eimerweise Wasser macht alles wieder etwas sauber. 


Der zweite Ankerversuch läuft ähnlich mies ab. Zunächst passt alles, doch dann entwickelt sich aus absoluter Windstille  plötzlich ein 5er, natürlich quer, und zerrt am Anker. Also nochmal anders hinlegen, und wieder donner ich beim Ablegen irgendwo unter dem Wasser gegen etwas, obwohl nichts verzeichnet ist. Mir ist die Lust vergangen und wir fahren in den nächsten Hafen. 15 Minuten später und eine Ecke weiter ist es natürlich wieder absolut windstill. Wie soll ich das aber nun alleine anstellen? Das wird sich hoffentlich finden, aber ich habe mir nun doch eine teure Rolle mit Leine für den Heckanker besorgt.


Denn wenn ich da mit 30 Meter Leine und Kette und Anker im Cockpit hantiere, und dann gleichzeitig vorne auf die Felsen springen will, wird das eh nie etwas. Na mal sehen, hat sicher nen Grund das ALLE Schwedenboot so ausgestattet sind!

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