Montag, 22. September 2014

Check, check, check and then doublecheck




Ich lege sehr viel Wert auf Sicherheit, auch wenn ich dieses im Blog seltener zum Thema habe. Hier geht es mir ja mehr um den Fun und die Freude am Segeln und Reisen. In allen Lehrbüchern und der Broschüre “Sicherheit auf See” vom BSH wird dieses Thema ja auch so ausreichend behandelt, das man sich nach der Lektüre kaum noch auf das Wasser traut. Hinzufügen möchte ich der Thematik daher nur einen persönlichen Gedanken, angeregt durch den gestrigen sehr starken Wind samt Welle beim Einlaufen in den ufernahen Hafen.
Ich bin der Meinung das die wirklich schlimmen Not- und Unfälle auf See meist auf Verkettung mehrerer Umstände zurückzuführen sind. Beispiel: Ankerbucht und der Wind dreht und frischt auf. Es wurde evtl. schon versäumt abends das Wetter einzuholen, der Motor springt nicht an, weil die Batterie leer ist, da abends vielleicht vergessen wurde ein Verbraucher auszuschalten, es sollte morgen früh erst noch aufgetankt werden, die Segel sind fest verpackt und es dauert zu lange, sie zu klarieren. Der zweite Anker liegt tief in der Backskiste ohne Kettenvorlauf usw.
Ich denke, man wird einen einzelnen Fehler oder Versagen der Technik nie ausschliessen können, kann aber durch regelmässige Wartung und Überlegung, welche Fehler möglicherweise auftreten können, deren Kombination verhindern. Eine Kombi aus alten Schoten, morschen Segeln und alten Wantenspannern könnte und wird bei Starkwind dann gesammelt den Geist aufgeben und zu echten Problemen führen. 



Am Beispiel des gestrigen Einlaufens bedeutete das bei mir:
- Anruf beim Hafenmeister, ob das Einlaufen überhaupt möglich ist
- Vorher bin ich deutlich mehr Höhe gelaufen, damit ich fast vor dem Wind in den Hafen komme und mir nicht durch Wind und Strom am Ende wichtige Meter fehlen, wenn ich am Wind reingehe.
- Auch habe ich stets die Überlegung im Kopf, was bei Versagen des Motors passiert. Vor dem Wind ist das ja recht undramatisch, ich habe die Fock immer noch parat zum Ausrollen.
- Ausserdem ist stets der Anker komplett klariert und kann sofort über Bord gehen.
- Den Diesel werfe ich schon rechtzeitig an, damit ich mir seiner sicher sein kann.
- Alle Festmacher liegen bereit und die Fender sind an beiden Seiten draussen.
- Der Plotter ist so eingestellt, das ich alles Wichtige sehen kann UND die Seekarte liegt bereit.
- Aus den Handbüchern weiss ich bereits so ungefähr wo ich hin will, und achte auch hier auf die nötige “Höhe” zum Ziel.

Und natürlich sind alle Gastplätze belegt und eine Alternative muss schnell gefunden werden. Jetzt bin ich froh, das ich nicht noch Fender oder Festmacher umändern muss. In der Nacht sind dann in dem unruhigen Hafenbecken 2 Festmacher durchgescheuert, eben habe ich alle mit Gewebe unterfüttert und die Vorleine und Vorspring doppelt gelegt. Mann muss wirklich immer auf der Hut sein. Und nochmal: Fehlerkombinationen aus Nachlässigkeit sind unnötig und eigene Blödheit. Also Augen auf und Kopf an!!



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