Samstag, 5. Juli 2014

Stockholmer Schärengarten - The choice between a rock and a hard place...

...wie der Franzose sagt. Zur Einstimmung erst einmal diese Bilder:

 Fahrwasser aus Stockholm heraus
Das angeblich so schöne Växholmen ??

Das erinnert mich an die A7 vor dem Elbtunnel, wenn ich am Freitag Feierabend hatte. Es wurde mir ja immer wieder gesagt, das es im Juli voll wird, aber der Sprung ist schon gewaltig. Waren die Schären von Västervik bis Arkösund noch extrem verlassen und idyllisch, erinnert mich das hier eher an eine große HansaPark Wasserwelt, nur größer und mit echten Booten. Aber mit der gleichen lauten Mischung aus Teenies, Eltern, Kindern etc.


Die Schären sind eigentlich alle zugebaut (hier mal die Variante mit eigenem Helikopter) und um einen herum toben die Motorboote, so das im Boot alles fest verpackt werden muss, da ich hier dann immer wilde Rodeoritte aufführe.


Der einzige Trost ist dann die Tankstelle. Bei den Motorbooten heisst das dann: "Jo, Ole, das macht dann €5000.-" "Ja hier bitte, Knut" "Na, dann wieder bis nächsten Freitag, Takse Mükke".
Ich hab seit Hamburg knapp 40 Liter Diesel verbraucht...

Dazu kommt dann, und das macht es erst richtig schlimm: Es weht kein Wind. Also bin auch ich zum Dieseln verdammt und ich hasse das einfach, vor allem bei Welle. Jede Meile die beim Segeln so dahinfliegt, kommt mir endlos vor. Also habe ich nur die Wahl zwischen überfüllten HansaPark Häfen oder weiter Rodeoreiten...soweit zum Gemecker.

Das bringt mich ja nicht weiter, also muss ich mir etwas einfallen lassen oder mich anpassen. Die Lösung ist offensichtlich: Zügig aus der Area verschwinden, sobald der Wind passt. Es liegt natürlich auch daran, das ich eben alleine segel. Da fühle ich mich in der Einsamkeit einfach wohler, und es ergeben sich immer Gespräche hier und da. Aber 100 Leute um mich herum, Musik, Lärm und alle besoffen macht alleine irgendwie keinen Spaß. Andererseits ist meine lange Tour mit dem Boot ja schon generell geil (es fallen mir spontan mindestens 100 miesere Dinge ein), und wenn ich dann die Fotos sehe ist das auch alles nicht so schlecht; irgendwann war ich von der Urlaubslaune dann auch angesteckt...


Es ist eben anders als alleine in einer Ankerbucht. Trotzdem wurde mir der Abend nach dem 1:0 gegen Frankreich lang und ich war früh im Bett und früh davon...

Der Wind passte auch, so das ich schon 10 Meilen später einem Tipp aus dem Törnführer folgen konnte und an einer alten Festung mit knapp 10 Liegeplätzen festmachen konnte. Alle supernett, klein und kuschelig gemacht, es gibt einen Fernseher und ein Cafe mit toller Aussicht. Morgen macht mir eine von den Mädels Frühstück und von der Festung kann ich auf Motorboote schiessen. Was will man mehr! 






Es ist eben jetzt alles belebter, aber solange es nicht so voll wie auf Grinda ist, passt das schon. Ich nehme trotzdem Kurs auf die etwas einsameren Aland-Inseln, da ich nicht jeden Tag um einen Liegeplatz fürchten will, und komme Mitte August wieder hierher in der Hoffnung, es dann alles etwas verlassener vorzufinden. Heute morgen hatte ich das erste Mal Heimweh, ein schlechtes Zeichen....

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