Mittwoch, 22. Oktober 2014

Unser türkischer Traum aus Stein










Nach meiner Ankunft in Kiel bin ich mit meiner Frau direkt in die Türkei in unsere Ferienwohnung gefahren. Das klingt so großspurig aber ich will hier nicht angeben, sondern anregen! Wie kommt also nun ein armer Musiker zu einer Wohnung in der Türkei? Wie schon an anderer Stelle im Blog erwähnt rate ich jedem Menschen seine Träume niemals aus den Augen zu verlieren. Wie soll das Leben einem Gutes tun, wenn man sich nichts wünscht? Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert das eigentlich immer ganz gut, wenn man seine Träume nur ernst genug nimmt. Seit meinem ersten Urlaub am Mittelmeer vor 35 Jahren träume ich also nun von einem Haus/Wohnung am Meer. Natürlich war ich mir dabei stets bewusst, das dieser Wunsch vollkommen ausserhalb meines finanziellen Rahmens liegt, kann ich mir ja üblicherweise kaum die Miete leisten. Bis...? Ja, bis uns im Urlaub in der Türkei ein Freund von Freunden seine Wohnung zum Verkauf anbietet. Einfach aus Spaß sehen wir uns diese an. Zwei Stockwerke, Terrasse, ein Zipfel Meerblick. Preis um die €50.000.-. Aus Frankreich oder Italien wusste ich, das in so einer Lage schon eine Null mehr dranhängen würde, und irgendwie erschien mein langgehegter Wunsch in der Türkei plötzlich realisierbar. Aber natürlich eigentlich immer noch unbezahlbar für uns. 


Obwohl....hmmm, wenn wir alles zusammenkratzen , Lebensversicherungen und anderen Tüdelkram auflösen und dann über 10 Jahre finanzieren würden? Bei einer Rate von ca. €500.-, jeder von uns beiden also €250.- für diesen Traum aufbringen würde? Hmm..erstmalig erschien mir dieser Traum irgendwie greifbar, und wir hingen am Haken. Gleich 10 Wohnungen haben wir uns in den letzten 2 Tagen des Urlaubs noch angesehen. Eine hatte die beste Aussicht, eine (teurere)  den besten Schnitt. Zurück zuhause verloren wir dann alles zunächst etwas aus den Augen, bis ich aus Spaß einmal mit einer Bank eine Finanzierung durchgerechnet habe. Irgendwie passte es aber immer hinten und vorne nicht. Zuwenig Eigenkapital, aus Deutschland nicht möglich, keine Sicherheiten...irgendetwas war immer. Es konnte, wenn überhaupt, also nur die günstigere Wohnung mit der besten Aussicht werden. Dann zeigte sich eine türkische Bank in Deutschland, die Isbank, mit einem Mal gesprächsbereit. Wir sind mit Anzug und Kostüm dann zum Banktermin gegangen und....ab hier wird es nun zu kompliziert um in die Einzelheiten zu gehen, aber irgendwie war es zwar superknapp, aber doch machbar! Oha, nun mussten wir uns entscheiden...eigentlich haben uns alle abgeraten. Wir wohnten ja in Hamburg auch noch zur Miete, aber die Träume von meiner Frauund mir passten zusammen und wir sagten: OK!! Wenn nicht jetzt, wann dann? 


Ich würde im Nachhinein nun keinem Deutschen raten ein Immobiliengeschäft in der Türkei ohne Makler abzuwickeln, aber wir waren so wahnsinnig. Im Oktober erst besichtigt, gehörte die beste Aussicht im Februar bereits uns. Nach einem Chaos aus sehr lauten Preisverhandlungen, wackeligen Schecks, türkischem Grundbuchamt und was weiss ich noch allem, standen wir ohne Wasser und Strom nun in unserer ersten eigenen Wohnung. Es dauerte dann immer noch zwei Jahre, bis wir den ersten Urlaub auch mal geniessen konnten (ohne Ämterstress und Baumarktbesuche) aber mittlerweile hat sich alles eingegroovt und wir sind bis heute glücklich über den Spontankauf. Die Raten waren spürbar, aber auch machbar und uns die Sache wert. Schon vier Jahre später konnten wir dann (aus weiteren glücklichen Umständen, andere Story!) die Finanzierung ganz ablösen und sind nun Eigentümer. 


Die Moral der Geschichte: Kein Traum ist so verrückt, das er nicht irgendwann wahr werden kann!! Die Vernunft sprach dagegen, aber der Bauch dafür. Schön das wir auf den Bauch gehört haben, und gerade Raki trinkend und über das tiefblaue Mittelmeer auf die Insel Samos schauen. Aber ich wollte ja nicht angeben... 

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